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Olympische Spiele 2er Bob

13. Februar 2022

Nach unzähligen Formularen und Coronatestungen startete am 30. Januar endlich das Abenteuer Olympische Spiele. Zusammen mit anderen Athleten des Swiss Olympic Teams trafen sich alle Bobfahrer zusammen am Flughafen in Zürich.
Anders als sonst durften die Athleten Business Class fliegen, für uns eine Premiere. Mit viel Platz, leckerem Essen und jeder Menge Vorfreude ging es in Richtung Peking.
In Peking am Flughafen mussten wir, wie bereits im Oktober, mehrere Stationen durchlaufen. Dabei wurden unsere Dokumente geprüft und alles und alle wurden desinfiziert.
Dies nahm erneut viel Zeit in Anspruch, war jedoch einiges angenehmer und organisierter als beim Testevent. Vom Flughafen wurden wir dann mit mehreren Busen und einer Polizeieskorte in unser Olympisches Dorf gefahren. Wobei wir unterwegs noch einmal angehalten und kontrolliert wurden. In Yanqing waren neben den Bobfahrern auch Rodler, Skeletonis und Alpinisten untergebracht.
Für uns ging es direkt aufs Zimmer wo wir die Coronatestresultate vom Flughafen Peking abwarteten. Zum Glück fielen diese alle Negativ aus und wir konnten uns das erste Mal an das 24/7 Buffet wagen. Beim Essen war man voneinander abgeschirmt mit Trennwänden aus Plexiglas. Jedoch sah man so wenigstens wer neben oder vor einem sass. Am zweiten Tag wurden die Container mit unseren Schlitten und unserem Material ausgeladen. Unsere Garagen für die kommenden Wochen waren grosse Schiffscontainern.

Am ersten Trainingstag fuhren wir mit dem neuen 2er BTC-Schlitten, mit welchem wir noch nie auf dieser Bahn gefahren sind. Gleich bei den ersten Fahrten kam sehr gut damit zurecht und Sandro hatte nach seiner Verletzung das erste Mal wieder die Möglichkeit auf Eis anzuschieben. Mit den neuen Kufen und dem neuen Schlitten konnten wir immer mit den Besten mithalten, was uns sehr positiv stimmte. Auch am zweiten Tag mit dem 4er Bob waren wir schnell unterwegs. Einige Passagen der Bahn waren etwas anders als noch im Oktober, was für uns sicherlich kein Nachteil war.

Da nun Rodler und Skeletonis Ihre Wettkämpfe hatten, konnten wir in der darauffolgenden Woche keine Trainingsfahrten absolvieren. Die «freie» Zeit nutzen wir als athletische Vorbereitung für die Rennen. Neben Kraft- und Sprinttrainings standen Physioeinheiten und Ablenkung auf dem Programm. So hatten wir zum Beispiel die Möglichkeit, das Abfahrtsrennen der Herren und das Slalomrennen der Frauen live im Zielraum mitzuerleben. Genial.

Ein weiteres Highlight war die Eröffnungsfeier in Peking. Nach einer langen Busfahrt und viel Wartezeit durften wir zusammen mit allen Schweizer Athleten im «Vogelnest» in Peking einlaufen. Ein unglaubliches Erlebnis. Auch ohne Zuschauer war dies ein sehr eindrücklicher Moment.

Nach der «Pause» standen drei Trainingstage mit je zwei Fahrten auf dem Programm. Viel Zeit um Material zu testen, blieb nicht. Schon bei den ersten Trainingsläufen zeigte sich das unsere Kufen Wahl sicherlich passt. So konzentrierten wir uns vor allem auf die Feineinstellungen am Schlitten. Wir stellten einzelne Elemente am Bob etwas weicher und andere etwas härter. Zugleich galt es in der Bahn die optimale Linie zu finden und mit möglichst wenig Lenkaufwand auf dieser zu bleiben. Die Bahn in Peking ist nicht schwierig zu fahren. Aber umso schwerer ist es, schnell zu sein. Denn an vielen Passagen ist es ein schmaler Grat zwischen dem Schlitten laufen lassen, einen Schlag mitzunehmen oder die perfekte Linie zu erzwingen dafür aber durch die Lenkbewegung Zeit zu verlieren. Michi gelang das sehr gut, einzig am zweiten Tag unterlief Michi ein sehr dummer Fahrfehler welcher zu einem Sturz führte. Der Schlitten, Cyril und Michi blieben zum Glück verschont. Am letzten Trainingstag konnte ich mir dann auch gleich die Sicherheit wieder zurückholen, welche für das Rennen sehr wichtig war.

Nach dem letzten Trainingslauf legten wir gleich los mit dem Kufenschleifen. Jeder noch so kleine Kratzer musste aus der Kufe geschliffen werden. Nach einigen Stunden Schleifen vom Team gingen die Kufen weiter an unseren Mechaniker «Hausi», welcher diese in einer Nachtschicht für uns polierte.

Der erste Wettkampftag stand an. Das Material, Sandro und Michi waren bereit. Mit der Startnummer 11 starteten wir ins Rennen und landeten nach einem ersten, soliden Lauf auf dem 7. Zwischenrang.

Tag 1:
Sandro konnte trotz seiner Wadenverletzung, welche er bis vor den Spielen noch auskuriert hat, sein volles Potential zeigen. In der Bahn passierten kleinere Fehler, welche jedoch nicht viel Zeit kosteten. Im zweiten Lauf konnten wir uns steigern und sicherten den 5. Rang nach Tag eins. Das Feld war sehr eng  und so war auch am zweiten Tag alles offen.
Deshalb wurden erneut die Kufen auf Hochglanz poliert.
Da unsere Rennen am Abend stattfanden konnten wir am Morgen jeweils etwas länger schlafen. Dies war sicher von Vorteil, denn wegen den späten Startzeiten kam man meistens erst um 01:00Uhr oder noch später ins Bett.

Tag 2:
Mit Vollgas starteten wir in den dritten Lauf und probierten uns nochmals zu steigern. Dies gelang uns dank einem Fehler der Konkurrenz. Mit nur 0.18sek Rückstand auf die Bronzemedaille lagen wir nun also auf dem 4. Zwischenrang vor dem alles entscheidenden Lauf. Bis jetzt waren alle Fahrten ohne grosse Fehler und wir gehörten neben den Deutschen zu den schnellsten in der Bahn.
Wir wussten, dass unser angestrebter Diplomrang nicht mehr in Gefahr ist. So konnten wir mehr Risiko eingehen. Am Start konnten wir uns im Vergleich zu den anderen Teams nochmals steigern und legten so den Grundstein für einen super Lauf. Mit einem unglaublichen Gefühl kamen wir ins Ziel und konnten unseren Vorsprung gegenüber den Österreichern welche direkt hinter uns waren sogar vergrössern. Das Bobteam Hafer welches vor uns lag, zeigte wie wir einen hervorragenden letzten Lauf. Somit gab es für das Team Vogt/Michel den 4.Rang. So knapp an den Medaillen vorbei. An unseren ersten Olympischen Spielen. Eine unglaubliche Leistung, das beste 2er Bob Resultat der Saison, sowie auch das beste Resultat an einem Grossanlass in der Geschichte des Bobteam Vogt.

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